Infos

Was ist sexualisierte Gewalt?

Sexueller Missbrauch als Teil der sexualisierten Gewalt ist jede sexuelle Handlung, die ein Erwachsener/Jugendlicher an, mit oder vor einem Kind vornimmt oder an sich vornehmen lässt. Das geschieht gegen den Willen des Kindes und ist verboten. Sexualisierte Gewalt kann aber auch in jedem anderen Alter vorkommen, z.B. unter Jugendlichen. Jede sexuellen Handlung gegen deinen Willen ist verboten!

Das sind Situationen, wie…

  • an intimen Körperstellen angefasst zu werden, ohne dass man es möchte.
  • Küssen und Streicheln gegen den Willen.
  • intime Handlungen anschauen zu müssen.
  • intime Fotos zu bekommen, ohne es zu wollen.
  • Zwang und Druck zu sexuellen Handlungen.
  • sexuelle Sprüche und Beleidigungen, wie z.B. Catcalling.
  • sexuelle Belästigung, z.B. im Praktikum oder in der Ausbildung.
  • Pornos anschauen zu müssen.
  • Küssen und Streicheln gegen den Willen.
  • ein willentliches Überschreiten deiner Grenzen.
  • versuchte oder vollzogene Vergewaltigung.

Oft kennen Betroffene die Täter*innen aus ihrem näheren Umfeld und nicht selten sind sie ihnen sogar vertraut. Dieses Vertrauen zu den Kindern und Jugendlichen nutzen die Täter*innen häufig in einer bewusst geplanten Tat aus.

Für Kinder und Jugendliche ist es sehr schwer diesen Plan als solchen zu erkennen und sie sehen häufig erst viel später, dass sie von sexualisierter Gewalt betroffen sind.

Sexualisierte Gewalt im Netz

Die digitalen Medien bieten viele tolle Möglichkeiten, z.B. mit Freund*innen in Kontakt bleiben, zocken, Musikhören,…

Es gibt aber auch Personen, die die digitalen Medien nutzen, um sexuelle Kontakte zu Kindern und Jugendlichen aufzubauen und sich ihr Vertrauen zu erschleichen. Dann sprechen wir von sexualisierter Gewalt im Netz oder auch von digitaler sexualisierter Gewalt.

Dazu gehört zum Beispiel:

  • Blöde Anmache in einem Chat.
  • Ungewollt ein Foto mit einem nackten Penis geschickt zu bekommen (Dick Pic).
  • Wenn jemand versucht, ein Nacktfoto von dir oder einer*einem Freund*in zu erpressen oder dir/einer*einem Freund*in Gutscheine/Geld für Fotos anbietet.
  • Ein*e Ex-Freund*in nach der Trennung gegen deinen oder den Willen einer*eines Freund*in intime Fotos von dir/ihr*ihm hochlädt (Revenge Porn).
  • Wenn dir oder einer*einem Freund*in jemand sexuelle Videos zeigt oder schickt, die du/sie*er nicht sehen möchtest/möchte.

Ein wichtiges Zeichen dafür, dass es um sexualisierte Gewalt im Netz geht, ist dein Bauchgefühl. Wenn es sich komisch, unangenehm oder eklig anfühlt, dann kannst du sicher sein, dass etwas faul ist. Du darfst dir dann immer Hilfe holen!

Manchmal ist es aber gar nicht so leicht, auf das Bauchgefühl zu hören. Oft macht man Dinge im Netz, die man in Echt gar nicht machen würde. Wichtig ist, dass es nicht deine oder die Schuld deine*r Freund*in ist, wenn einem sexualisierte Gewalt im Netz passiert!

Du kannst zu uns kommen, wenn du mit jemandem darüber sprechen möchtest. Auch zum Beispiel darüber, wenn du oder ein*e Freund*in jemandem ein Nacktbild geschickt hast/hat und dir/sich jetzt Gedanken darüber machst/macht.

Du kannst uns anrufen: 07071-763006, Beratungshandy: +491633014895, eine SMS an das Beratungshandy schreiben oder eine Mail schicken: .

Du hast keine Schuld! – Gefühle von betroffenen Mädchen* und Jungen*

Mädchen* und Jungen*, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind, fühlen sich oft selbst schuldig. Sie schämen sich häufig für das, was ihnen angetan wurde und haben Angst. Sie haben oft Gedanken wie: „Ich darf nichts sagen“ oder „Mir glaubt doch eh niemand“. Sie fühlen sich dann ohnmächtig und alleine. Es können Gedanken auftauchen, dass so etwas nur ihnen passieren würde oder dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Es ist möglich, dass Betroffene nach dem Übergriff immer noch positive Gefühle für den*die Täter*in haben. Diese Gedanken werden oft von dem*der Täter*in bewusst bei dem*der Betroffenen ausgelöst, wenn sie zum Beispiel dem Kind oder der*dem Jugendlichen drohen und ihm verbieten etwas weiterzuerzählen oder ihr*ihm die Schuld für die Tat geben.

Die Schuld liegt immer bei dem*der Täter*in, egal was du gemacht oder nicht gemacht hast! Du bist nicht alleine und du darfst dir Hilfe holen!

Gewalt in (Liebes-)Beziehungen

Eine Beziehung mit einer Person zu haben, die man gern hat oder in die man verliebt ist, ist schön, aber häufig gar nicht so einfach.

Zum Beispiel kann es sein, dass jemand sehr eifersüchtig ist und deshalb den* oder die* andere in der Freiheit einschränkt und ihn* oder sie* kontrolliert. Das sind Anzeichen für seelische/psychische Gewalt. Oder dass es Streit gibt und jemand sehr wütend oder sogar körperlich gewalttätig wird. Oder dass jemand es nicht verkraftet, verlassen zu werden und den oder die Ex andauernd anruft oder sogar bedroht. Oder dass dein* Freund*in dich sexuell unter Druck setzt. Das alles sind Beispiele für Warnsignale, an denen man Beziehungen erkennen kann, die einem nicht guttun oder sogar schaden.

Wenn das so ist, weiß man oft alleine nicht mehr weiter. Dann ist es gut, mit jemandem über die Situation reden zu können und gemeinsam nach Auswegen zu suchen. Oft ist es nämlich gar nicht so einfach aus so einer toxischen Beziehung herauszukommen, da man den*die Partner*in trotzdem noch liebt und es auch immer wieder schöne Momente gibt.

Aber: Du hast das Recht, mit Respekt behandelt zu werden und ohne Gewalt zu leben. Das gilt natürlich auch dann, wenn du eine Beziehung eingegangen bist.

Was du tun kannst

Dein Körper gehört dir! Niemand darf deine Grenzen überschreiten und dich zu etwas zwingen, was du nicht möchtest. Wenn du dich mit etwas nicht wohlfühlst, darfst du deinen Gefühlen vertrauen und du darfst jederzeit ‚Nein‘ sagen!

Das Wissen von einer solchen Tat fühlt sich oft sehr belastend an. So ein Geheimnis ist ein schlechtes Geheimnis! Du darfst darüber reden und dir Hilfe holen, auch wenn ein*e Freund*in dir so etwas anvertraut. Suche dir eine Person, der du vertraust, wie z.B. deine Eltern, deine Großeltern, gute Freund*innen oder der Schulsozialarbeit an deiner Schule. Das ist kein Petzen und auch kein Verrat, damit holst du Hilfe für dich selbst oder für jemand Anderen.

Manchmal kann einem die erste Person, mit der man spricht, nicht weiterhelfen. Sie ist z.B. überfordert, weiß nicht genau, wie sie helfen kann oder hat nicht ganz verstanden, um was es geht. Wenn es dir passiert, dass dir nicht geglaubt wird oder du mit dem, was du erzählst, nicht ernstgenommen wirst, dann gib nicht auf! Überlege wem du noch davon erzählen kannst. So lange bis du eine Person findest, die dir Glauben schenkt und ernst nimmt, was du erzählst. Es braucht viel Mut und Kraft, immer wieder von den Erlebnissen zu erzählen. Am Ende lohnt es sich aber, weil du mit dem Problem nicht mehr alleine bist und Hilfe bekommst!

Hilfspersonen können aber auch Menschen in einer Beratungsstelle wie wir von Aufwind sein. Unsere Mitarbeiter*innen hören dir zu, nehmen dich ernst und schauen mit dir gemeinsam nach Hilfsmöglichkeiten. Manchmal ist es sogar einfacher mit einer Person, die nicht zur Familie oder zum Freundeskreis gehört, über Erfahrungen sexualisierter Gewalt zu sprechen.

Wir glauben dir und helfen dir, denn du bist wertvoll und hast ein Recht auf Schutz vor Gewalt!

Du kannst uns anrufen: 07071-763006, Beratungshandy: +491633014895, eine SMS an das Beratungshandy schreiben oder eine Mail schicken: .

Wie du eine*n Freund*in unterstützen kannst

woman-taking-photo-with-another-woman-near-trees-1508336Meistens sind Freund*innen die ersten Ansprechpersonen, wenn es um sexualisierte Gewalt oder Gewalt in (Liebes-)Beziehungen geht. Oft brauchen Freund*innen einfach jemanden, der ihnen zuhört, sie nicht verurteilt, sie ernst nimmt und für sie da ist. Manchmal ist es aber auch so, dass man sich nach dem Gespräch mit der*dem Freund*in Sorgen um sie*ihn macht und nicht genau weiß wie man ihr*ihm helfen soll. Die Betroffenen erzählen es den Freund*innen außerdem oft "im Vertrauen" und wollen nicht, dass irgendjemand davon erfährt.

Natürlich ist es wichtig die Wünsche ernst zu nehmen und nicht einfach allen möglichen Personen davon zu erzählen.

Wenn dich das Erzählte aber belastet, du dir Sorgen um eine*n Freund*in machst oder sie*er sich nicht helfen lassen möchte, dann hast du jedes Recht dir Hilfe zu holen! Das können z.B. Eltern oder Schulsozialarbeiter*innen sein. Wir von Aufwind bieten dir auch gerne Beratung an und überlegen gemeinsam mit dir, wie du deiner*deinem Freund*in gut helfen kannst, aber auch wie du dich schützen kannst, damit dich die Erfahrungen deiner*deines Freundin*Freundes nicht zu sehr belasten.

Oft hilft es auch die*den Freund*in zu ermutigen, sich Hilfe zu holen und z.B. zum ersten Termin in die Beratungsstelle zu begleiten.