Angebote für Schulen

Frau lehnt an TürFür Schulklassen bieten wir, meist in enger Kooperation mit der Fachstelle Jungen- und Männerarbeit Tübingen "PfunzKerle e.V." , Projekte und Kurse zu unterschiedlichen Themen der Gewaltprävention und Gesundheitsförderung an. Kurzbeschreibungen finden Sie auf dieser Seite sowie in unserer Broschüre.

"Wer bin ich? - Ich bin wer!" Gesundheitsförderung und Prävention

Prävention von Essstörungen und Suchtverhalten (ab Klasse 7) Wer bin ich? Ich bin wer! Schulprojekte zur Prävention von Essstörungen und zur Gesundheitsförderung

Unsere Ziele

  • Jugendliche in ihrem Selbstwert zu stärken
  • Beschäftigung mit Fragen zu riskantem Essverhalten und Essstörungen, Gesundheitsressourcen und Selbstverantwortung
  • Mädchen und Jungen in der Pubertät zu einem achtsamen Umgang mit dem eigenen Körper ermutigen
  • Jugendliche innerhalb der peer group bei der Entwicklung ihrer Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit begleiten
  • Austausch über Schönheitsideale sowie eigene Werte und die Normen innerhalb der peer group

Themen:

Mädchenmodule:

  • Niemand ist perfekt – Jede ist einzigartig - Stärkung des Selbstgefühls
  • Körperzufriedenheit und (Selbst) - Mitgefühl
  • Gesundheit in Bewegung – körperlich und psychisch
  • Kummer überwinden - Bewältigungsstrategien erkennen
  • „Wenn das Essen durcheinander kommt“
  • Psychodynamik von Essstörungen und Biggerexie verstehen
  • Let‘s talk about…offene Fragerunde

Jungenmodule - Boy´s Health:

  • „Junge, Junge! Vom Junge zum Mann
  • „Männer wollen Beschützer sein _ und sind selbst schutzbedürftig
  • Gesundheit in Bewegung – körperlich und psychisch
  • Was für ein Bild (von) Mann!
  • Kummer überwinden Bewältigungsstrategien erkennen
  • „Wenn das Essen durcheinander kommt“
  • Psychodynamik von Essstörungen und Biggerexie verstehen
  • Let‘s talk about…offene Fragerunde

Zum Einsatz kommmen:

Bildkarteien und soziometrische Übungen, Selbsterfahrungselemente, Gruppengespräche, Rollenspiele, Körperarbeit oder körperbetonte Spiele und Phantasiereisen

Hier finden Sie die Modul-Beschreibung

Mädchen – Ess-Störungen – Internet

Durch Präsenz in sozialen Medien und verbesserte Email Beratung sollen Jugendliche gut mit uns in Kontakt kommen und sich über die Website und Mail-Beratung erste Orientierung und Beratung holen.

Themen in der Email-Beratung:

  • Welche Körperbilder und Ernährungstipps werden im Netz verbreitet?
  • Wie entsteht riskantes Essverhalten?
  • Ab wann besteht Gefahr, dass der / die Jugendliche in eine Essstörung rutscht?
  • Wie können Freundinnen und Mitschüler sich hilfreich verhalten?
  • Wie kann eine Beratungsstelle oder der Arzt weiterhelfen?

Auf die Graphic Novel „ninette- dünn ist nicht dünn genug“ und aktuelle, bei den Jugendlichen beliebte Internet Seiten zu Schönheitsidealen, Essen und Essstörungen wird hingewiesen und Fragen dazu können online besprochen werden.

Boys' Health

Gesundheitsförderung und Prävention von Essstörungen mit Jungen

Seit 2006 ist unsere Präventions- und Beratungsstelle Lebenshunger im Landkreis Tübingen Bestandteil des Versorgungsnetzwerkes bei Essstörungen. Innerhalb der Schulprojekte und Einzelberatungen mit Jungen und/oder deren Eltern wurde deutlich, dass die Thematik der Essstörungen nicht mehr ausschließlich Mädchen*, sondern zunehmend auch Jungen* betrifft. Allerdings ist sie bei Jungen* schwerer erkennbar und tritt z.B. in Form von suchtartigem Trainieren im sportlichen Bereich oder Förderung des Muskelaufbaus auf, kombiniert mit kontrollierten spezifisch abgestimmten Essverhalten.

Verschiedene Studien, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden, kommen zu den Aussagen, dass ca. 10 – 15% der Jungen* erste Warnzeichen einer Essstörung aufweisen und eine große Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und realem Köperbild erleben. Vor allem medial vermittelte Körperideale, die innerhalb der Peergroup teilweise übernommen werden, können Auswirkungen auf den Selbstwert und das Selbsterleben in Bezug auf das körperliche Erscheinungsbild haben. Präventionsansätze in diesem Kontext sind kaum verfügbar, deshalb haben wir bewährte Ansätze der Präventionsarbeit der Beratungsstelle „Lebenshunger“ konzeptionell hinsichtlich der Prävention und Gesundheitsförderung bei Essstörungen von Jungen überprüft und weiterentwickelt, sowie letztendlich auf der Basis einer umfangreichen Recherche in ein für männliche Jugendliche geeignetes Konzept umgesetzt.

An zwei Vormittagen arbeiten wir in unseren integrierten Schulprojekten (siehe auch „Wer bin ich? – Ich bin wer!“) mit den Jungen* der Klassenstufe 7.

Folgende Themenbereiche werden erarbeitet:

  1. Wer bin ich?
    Auseinandersetzung mit den Erwartungen an die eigene Person (als Junge*)
  2. Stärkung des Selbstgefühls
    Selbstvertrauen – Mitgefühl und ein Blick auf Kummer
  3. Körperbezüge
    Auseinandersetzung mit der Entwicklung eines Körpergefühls, Selbstwahrnehmung – Fremdwahrnehmung, Sensibilisierung für Körpersprache
  4. Braucht mein Traumbody Muskelmasse
    Auseinandersetzung mit Körperidealen z.B in der Zeitschrift „Mens Health“ Normen, Medien, individuelles Ideal u.a.), Unterschiede zu weiblichen Idealen
  5. Psychodynamik von Essstörungen verstehen
    Hinterfragen von Diäten, Aspekte von gesundem und problematischem Essverhalten, Möglichkeiten von Hilfsangeboten, Informationen zu Beratungsangeboten
  6. Wie bleibe ich gesund? „Safe oder risky?“
    Riskantes Essverhalten und Gesundheitsressourcen erkennen und stärken
  7. Let`s talk about
    Offene Fragerunde zu Themen, die die jugendliche Entwicklungsphase betreffen

Infoveranstaltungen für die Oberstufe

Unsere 90-minütigen Info-Veranstaltungen dienen vorwiegend der Informationsvermittlung. Das bedeutet, dass im Vergleich zu den 2-tägigen Schulprojekten zur Prävention von Essstörungen “Wer bin ich? - Ich bin wer!” weniger emotional-soziales Lernen stattfindet, sondern grundlegende Informationen zu Essstörungen, Warnzeichen und zur Selbsteinschätzung vermittelt werden.

Ziele dieser Veranstaltung sind:

  • Kennenlernen der Arbeit der Beratungsstelle Lebenshunger
  • Persönliches Kennenlernen der Beraterin/der Präventionsbeauftragten
  • Erwerb von Wissen über Warnsignale und erste Anzeichen einer Essstörung, sowie der Psychodynamik der bulimischen und anorektischen Erkrankung
  • Wissen um Hilfestellungen und deren Grenzen, wenn eine Freundin oder Angehörige von einer Essstörung betroffen ist

Themen der Veranstaltung sind:

  • Vorstellung der Angebote von „Lebenshunger“
  • Bericht aus der praktischen Arbeit der Beratungsstelle/Präventionsprojekten
  • charakteristische Merkmale einer Essstörung und deren Psychodynamik
  • Auslöser und Ursachen für riskantes Essverhalten und Essstörungen
  • Verständnis für Essstörungen als Bewältigungsstrategie für Belastungen / Kummer
  • Wie kann den Betroffenen geholfen werden?
  • Wie können Jugendliche helfen, wenn eine Freundin/Freund oder Angehörige Anzeichen einer Essstörung zeigen?

Elternabend

Eltern wünschen sich, dass ihre Töchter und Söhne zu selbstbewussten, zufriedenen und gesunden jungen Frauen und Männern heranwachsen. Dies ist in der Phase der Pubertät mit all ihren Herausforderungen oftmals eine schwierige Aufgabe für die Eltern und für die Jugendlichen. Viele Mädchen* und Jungen* sind sehr damit beschäftigt, Anerkennung und Bestätigung von Gleichaltrigen zu bekommen und grenzen sich, mehr oder weniger provokativ, von den Eltern ab. Das häufig “coole” Verhalten der Jungs zielt oft darauf ab dazu zu gehören und etwas darzustellen. Sie sind auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre Männlichkeit auszudrücken. Für Mädchen kann das “dünn sein” eine zunehmend größere Rolle spielen um sich als junge Frau nicht nur schön sondern auch leistungsfähig und “richtig” zu fühlen. Der Elternabend möchte Informationen geben zu den Fragen, die wir mit den SchülerInnen bei unserem 2 tägigen Projekt in der Klasse erarbeiten.

Fragen:

  • Wie bleibe ich gesund?
  • Was ist gesundes und was ist riskantes Essverhalten? Wie kann es passieren, dass Jugendliche in eine Essstörung geraten?
  • Wie können Eltern ihre Kinder unterstützen, wenn sie sich Sorgen wegen des Essverhaltens oder Trainingsverhaltens machen?